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FriedenOstdeutschlandBericht

Mödlareuth: Deutsche Einheit in „Klein-Berlin“

7. Oktober 2026

Am 3. Oktober war ich zum Tag der Deutschen Einheit in Mödlareuth. In dem Dorf, das einst durch die deutsch-deutsche Grenze geteilt war, waren wir als BSW erstmals mit einem Infostand vertreten. Betreut wurde er gemeinsam von Mitstreitern aus Thüringen, Bayern und Sachsen.

Die Initiative dazu kam von Uwe und seinen Mitstreitern vom BSW Thüringen. Sie hatten sich um die Anmeldung des Infostands gekümmert. Ich erfuhr erst wenige Tage vorher davon. Da wollte ich dabei sein.

Ein Dorf, zwei Staaten

Der Tannbach mitten im Dorf bildete lange eine Verwaltungsgrenze zwischen Bayern und Thüringen. Das gemeinsame Dorfleben ging trotzdem seinen Gang: Schule und Wirtshaus lagen im thüringischen Teil, zur Kirche ging man gemeinsam ins bayerische Töpen. Mit der Gründung der beiden deutschen Staaten 1949 wurde aus der Landesgrenze eine Staatsgrenze. Ab 1952 riegelte die DDR sie ab; ein direkter Weg von der einen Dorfhälfte in die andere war nicht mehr möglich.

1966 ließ die DDR schließlich eine 700 Meter lange und 3,30 Meter hohe Betonmauer errichten. Einen Grenzübergang im Dorf gab es nicht. Selbst ein Winken oder Grüßen von Ost nach West war verboten. Man muss sich das einmal vorstellen: Der Nachbar wohnte weiterhin wenige Schritte entfernt, aber nicht einmal ein Gruß sollte mehr erlaubt sein.

Als am 9. November 1989 in Berlin die Mauer fiel, blieb sie in Mödlareuth zunächst geschlossen. Erst am 9. Dezember wurde hier ein Übergang eröffnet, einen ganzen Monat später. Und selbst dann war das Tor zunächst nur von 8 bis 22 Uhr offen. Nachts wurde es wieder zugesperrt. Die Grenzöffnung hatte also noch Öffnungszeiten.

Heute erinnert das Deutsch-Deutsche Museum mit original erhaltenen Grenzanlagen an diese Geschichte. Was die Teilung für den Alltag der Menschen bedeutete, lässt sich an einem solchen Ort besonders gut nachvollziehen.

Drei Länder an einem Stand

Zum Tag der Deutschen Einheit war in dem kleinen Dorf jedenfalls ordentlich Betrieb. Ich denke, es ist nicht übertrieben, von einer deutlich vierstelligen Zahl an Besuchern zu sprechen, die nach Mödlareuth kamen. Umso sinnvoller war unser Infostand, mit dem wir als BSW sichtbar waren.

Dass sich neben den Initiatoren aus Thüringen auch BSW'ler aus Bayern und Sachsen an der Betreuung beteiligten, passte gut zu diesem Feiertag. Drei Länder an einem Stand: So lässt sich die Deutsche Einheit ganz praktisch begehen.

Mein besonderer Dank gilt Uwe für seine Initiative und allen Mitstreitern aus den drei Bundesländern, die den gemeinsamen Stand möglich gemacht haben!

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