8. Mai in Chemnitz: Gedenken darf nicht politisch instrumentalisiert werden

Mit Bedauern muss man zur Kenntnis nehmen, dass die Stadt Chemnitz den Tag der Befreiung wieder politisch instrumentalisiert:

Offenbar wurden erneut keine russischen Vertreter eingeladen, während dies bei US-amerikanischen Vertretern der Fall ist: So wird die US-Konsulin Jodie Breisler bei der Veranstaltung auf dem Brühl an der Justin-Sonder-Bank eine Rede halten dürfen. Ob Justin Sonder, der von der Roten Armee aus Auschwitz befreit wurde, eine Nichteinladung der russischen Seite befürwortet hätte, darf bezweifelt werden.

„Die in der Vergangenheit geäußerte Begründung, Russland führe einen Krieg und solle daher nicht teilnehmen, müsste wenn überhaupt zur Folge haben, dass auch keine US-amerikanischen Vertreter einzuladen sind. Das Messen mit zweierlei Maß in „gute“ und „schlechte“ Befreier durch den Oberbürgermeister ist in der Sache unangemessen und zeigt eine tagespolitische Instrumentalisierung des Gedenkens, die deutlich abzulehnen ist“, so Nico Rudolph, Mitglied des Sächsischen Landtages.

Immerhin wird es ein Gedenken auf dem sowjetischen Ehrenfriedhof geben, bei dem diplomatische Vertreter der unterschiedlichen Seiten gleichermaßen eingeladen wurden.

Nico Rudolph, MdL und friedenspolitischer Sprecher der BSW-Landtagsfraktion wird dort gemeinsam mit Vertretern der BSW-Stadtratsfraktion anwesend sein. Die Fraktion wird einen Kranz niederlegen.

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