Der 5. März ist in Chemnitz immer ein besonderer Tag. Der Chemnitzer Friedenstag erinnert an die Zerstörung unserer Stadt im Zweiten Weltkrieg – und er stellt zugleich die Frage, was wir heute tun, damit sich solche Katastrophen nicht wiederholen.
Für mich begann der Tag am Vormittag auf dem Städtischen Friedhof. Gemeinsam mit meinen Kollegen aus der BSW-Landtagsfraktion Ronny Kupke und Ulf Lange sowie mit Mitgliedern der BSW-Stadtratsfraktion und weiteren Unterstützern haben wir am Mahnmal der Opfer des Bombenangriffs vom 5. März 1945 einen Kranz niedergelegt. Die Bombardierungen vor inzwischen 81 Jahren töteten Tausende Menschen und zerstörten große Teile der Stadt. Dieses Gedenken ist wichtig, denn es erinnert daran, welche Folgen Krieg für die Zivilbevölkerung hat.
Dass die Strategie, Städte zu bombardieren, ursprünglich von Nazi-Deutschland eingeführt wurde, gehört zur historischen Wahrheit. Ebenso gehört zur Wahrheit, dass die Flächenbombardements der Alliierten am Ende des Krieges ebenfalls vor allem die Zivilbevölkerung trafen. Gerade deshalb sollte der 5. März auch immer ein Mahnmal gegen Krieg und militärische Eskalation bleiben.
Lange Zeit zum Innehalten gab es an diesem Tag allerdings nicht. Vom Friedhof ging es direkt weiter ins Stadtzentrum zum Karl-Marx-Kopf. Dort fand wieder ein Schulstreik gegen die Wehrpflicht statt, an dem rund 400 junge Menschen teilnahmen. Die Diskussion um Aufrüstung und neue Formen des Wehrdienstes beschäftigt viele Jugendliche – und ich finde es gut, wenn sie sich dazu eine eigene Meinung bilden und diese öffentlich vertreten.
Gemeinsam mit weiteren BSW-Mitgliedern sind wir mit den jungen Leuten ins Gespräch gekommen und haben auch unsere Flyer zur Kriegsdienstverweigerung verteilt. Noch ist der neue Wehrdienst offiziell freiwillig. Aber man muss kein Prophet sein, um zu ahnen, dass die Debatte damit noch lange nicht beendet ist.
Am Nachmittag ging es schließlich weiter zum BSW-Infostand am Roten Turm. Dort hatten wir viele Gespräche mit Chemnitzerinnen und Chemnitzern – über Außenpolitik, über die aktuelle Aufrüstungsdebatte, aber auch über ganz alltägliche Themen, die die Menschen in der Stadt bewegen.
Der Chemnitzer Friedenstag verbindet Erinnerung mit Gegenwart. Er erinnert an die Zerstörung der Stadt – und er erinnert daran, wie wichtig es ist, sich immer wieder für Frieden einzusetzen. Für mich war dieser 5. März deshalb tatsächlich genau das: ein Tag im Zeichen des Friedens.

