Gemeinsam mit meiner Landtagskollegin Janina Pfau habe ich zwei Jugendclubs in Chemnitz besucht: das Compact im Heckertgebiet sowie den B-Plan in Bernsdorf. Begleitet wurden wir dabei auch von Ronny Kupke sowie Jeannette Wilfer aus der BSW-Stadtratsfraktion.
Der Besuch war Teil von Janina Pfaus Jugendclub-Tour durch Sachsen. Als jugendpolitische Sprecherin der BSW-Landtagsfraktion besucht sie in diesem Jahr Einrichtungen in verschiedenen Regionen des Freistaats, um direkt mit Sozialarbeitern und Verantwortlichen ins Gespräch zu kommen. Dabei geht es um die finanzielle und personelle Ausstattung der Jugendclubs, aktuelle Herausforderungen vor Ort und die Frage, wie die Politik die Einrichtungen besser unterstützen kann.
Vor Ort haben wir intensive Gespräche mit Sozialarbeitern geführt und dabei erneut erlebt, wie angespannt die Situation vieler Einrichtungen inzwischen ist. Überall hören wir von denselben Problemen: zu wenig Personal, immer größere Herausforderungen im Umgang mit jungen Menschen und gleichzeitig ein enormer bürokratischer Aufwand.
Die Mitarbeiter berichteten von zunehmender Aggressivität, psychischen Auffälligkeiten, familiären Problemen sowie dem wachsenden Einfluss legaler und illegaler Drogen. Gleichzeitig fehlt es vielerorts an langfristiger Planungssicherheit und attraktiven Perspektiven für Fachkräfte in der Jugendhilfe.
Für mich ist klar: Jugendhilfe ist keine Nebensache, sondern ein zentraler Bestandteil gesellschaftlicher Prävention. Wer heute bei Jugendclubs, Sozialarbeit und Präventionsangeboten spart, zahlt morgen einen deutlich höheren Preis – sozial wie finanziell. Jeder Euro, der frühzeitig in junge Menschen investiert wird, verhindert oft spätere Probleme, die wesentlich schwerer und teurer zu lösen sind.
Gerade deshalb braucht es endlich eine Politik, die Jugendhilfe nicht nur in Sonntagsreden lobt, sondern auch konkret stärkt. Die Beschäftigten in den Einrichtungen leisten tagtäglich wichtige Arbeit unter schwierigen Bedingungen. Sie verdienen mehr Unterstützung statt immer neuer Belastungen.
Der Austausch in Chemnitz hat erneut gezeigt, wie groß der Handlungsbedarf ist. Wir werden diese Themen weiter in den Landtag und den Stadtrat tragen.

