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FriedenLandtagPressemitteilung

Mit zwei Pistolen in den Panikmodus, während wirkliche Gefahren verharmlost werden

25. August 2026

In den vergangenen Tagen beherrschte der Fund von Waffen in der Nähe von Berlin die Schlagzeilen der bundesdeutschen Medienlandschaft. In einem Waldstück im Berliner Umland wurden zwei Handfeuerwaffen samt Munition entdeckt. Obwohl diese Waffen bereits im Jahr 2025 gefunden wurden und die Behörden schon zu dieser Zeit die beiden Pistolen unbrauchbar machten, wird das Thema medial neu aufbereitet und mit unvorstellbaren Gefahrenlagen verbunden. Das Versteck der Waffen wurde nach dem Fund monatelang observiert, ohne dass daraus Erkenntnisse gewonnen werden konnten. Derzeit, also jetzt in der Mitte des Jahres 2026, überschlagen sich die Leitmedien und öffentlich-rechtliche Sender wie Tagesschau, ZDF heute und Deutschlandfunk mit Alarmmeldungen. Unter Berufung auf derzeit nicht nachprüfbaren Recherchen von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung wird ein vermeintliches russisches Agentennetzwerk für „hybride Operationen“ heraufbeschworen – ungeachtet der Tatsache, dass Bundesinnenminister Alexander Dobrindt selbst einräumen musste, dass eine Urheberschaft fremder Mächte derzeit keineswegs bewiesen ist, sondern lediglich geprüft wird. Aus zwei funktionsunfähigen Pistolen wird so im Handumdrehen eine akute Bedrohungslage konstruiert. Diese mediale Dramatisierung offenbart ein klares Missverhältnis, wenn man die tatsächlichen Sicherheitsrisiken der europäischen Sicherheitspolitik betrachtet.

Fehlbestände und Waffenschwarzmärkte

Während zwei gefundene Handfeuerwaffen zur Staatsaffäre mutieren, findet die schleichende und massive Gefahr durch den Waffenschwund im ukrainischen Kriegsgebiet kaum vergleichbare Beachtung. Aus den Registern des ukrainischen Innenministeriums und Auswertungen der Plattform Opendatabot geht hervor, dass seit Beginn der Kampfhandlungen rund 800.000 Waffen und Munitionseinheiten als verloren, zerstört oder entwendet registriert wurden. Auch wenn über 90 Prozent dieser Fehlbestände auf unmittelbare Kampfhandlungen und Zerstörungen an der Frontlinie zurückzuführen sind und sich diese Zahl auf das Kriegsgebiet selbst bezieht, warnen europäische Sicherheitsbehörden wie Europol und das BKA seit Langem vor den Folgen.

Italienische Ermittlungsbehörden haben erst vor kurzem Alarm geschlagen, da kriminelle Netzwerke und vor allem die organisierte Kriminalität großes Interesse an Schwarzmarktwaffen aus der Ukraine gezeigt haben. Die größte Gefahr, die aus dem Schmuggel von illegalen Kriegswaffen nach West- und Mitteleuropa entsteht, droht nach Einschätzung von Sicherheitsexperten insbesondere dann, wenn die Waffen an den Fronten nicht lückenlos gesichert werden. Dies stellt ein ungleich größeres Risiko für die innere Sicherheit in ganz Europa dar als ein einzelnes Waffendepot mit zwei Pistolen.

BSW-Landtagsfraktion Sachsen warnt vor Kriegspropaganda

Für das BSW in Sachsen ist diese Art der medialen Berichterstattung kein Zufall oder Nachlässigkeit. Nico Rudolph, friedenspolitischer Sprecher der BSW-Fraktion im Sächsischen Landtag:

„Die Hysterie, die derzeit wegen zweier vor Monaten gefundener Pistolen geschürt wird, nimmt geradezu lächerliche Züge an. Man gewinnt den Eindruck, dass an allem, was schiefläuft, ‚der Russe‘ schuld sein soll. Als ob es in Deutschland keine organisierte Kriminalität gebe, inklusive regelmäßige Schusswechsel in deutschen Großstädten.
Doch hinter dieser Hysterie verbirgt sich ein brandgefährliches Kalkül. Bestimmte ‚Eliten‘ versuchen, mit solch gezielter Propaganda eine Bedrohungskulisse zu erzeugen, um die eigentlich friedliebenden Menschen in unserem Land schrittweise auf einen Kriegskurs gegen Russland einzuschwören. Wir als BSW fordern eine Rückkehr zur Sachlichkeit. Statt Phantomdebatten zu führen und Angst zu schüren, müssen die realen Risiken der unkontrollierten Aufrüstung und des Waffenschmuggels endlich offen benannt und diplomatische Lösungen forciert werden.“

Die BSW-Landtagsfraktion Sachsen setzt sich weiterhin für eine Sicherheitspolitik ein, die sich nicht von politisch motivierter Hysterie leiten lässt. Wir müssen wieder die wahren Interessen der Bürger an Frieden, Deeskalation und Stabilität in den Mittelpunkt stellen.

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