Wir haben eine Welt zu gewinnen, die es zu verändern gilt
Von Sevim Dağdelen
In einem Vortrag in Madrid rechnet Sevim Dağdelen scharf mit der NATO ab. Sie bezeichnet den Militärpakt nicht als Verteidigungs- oder Wertebündnis, sondern als imperialistisches Instrument zur Aufrechterhaltung der US-Hegemonie – verantwortlich für Kriege, Völkermord und neokoloniale Kontrolle. Die NATO diene nicht der Sicherheit, sondern der Eskalation, verhindere demokratische Souveränität und bereite mit historischer Aufrüstung einen globalen Stellvertreterkrieg gegen Russland und China vor. Besonders kritisiert Dağdelen die Rolle Deutschlands, die Unterordnung Europas und die sozialen Kosten dieser Politik. Sie fordert eine radikale Abkehr von Aufrüstung und Konfrontation zugunsten sozialer Gerechtigkeit und globaler Friedensordnung.
Einordnung: Ein radikaler und kämpferischer Beitrag, der die NATO als systemisches Problem beschreibt – nicht nur außenpolitisch, sondern auch sozialpolitisch. Dağdelen verknüpft Krieg, Propaganda und Verarmung zu einer fundamentalen Kritik westlicher Machtpolitik. Der Text lässt keinen Zweifel an der politischen Stoßrichtung: Eine Absage an den NATO-Kurs als Voraussetzung für soziale Gerechtigkeit und internationale Stabilität. Gerade im Vorfeld des NATO-Gipfels provoziert dieser Vortrag zur Auseinandersetzung mit der Gretchenfrage: „Wie hältst Du’s mit der NATO?“