Rote Hände gegen den Einsatz von Kindersoldaten

Im Mai hatte ich im Sächsischen Landtag eine besondere Aufgabe zu erfüllen: Während der Plenarsitzung konnte ich dem Ministerpräsidenten Michael Kretschmer mehr als 80 sogenannte „Rote Hände“ überreichen, die mir zuvor von der Chemnitzer Friedensinitiative anvertraut worden waren.

Die Handabdrücke stammen aus einer Aktion zum Chemnitzer Friedenstag. Mit den Roten Händen wird weltweit auf das Schicksal von Kindern und Jugendlichen aufmerksam gemacht, die in bewaffneten Konflikten als Soldaten eingesetzt werden. Sie verlieren ihre Kindheit, werden in Kriege hineingezogen und oftmals für militärische Zwecke missbraucht. Die roten Handabdrücke stehen deshalb für die Forderung, den Einsatz von Kindersoldaten weltweit zu beenden. Beim diesjährigen Ostermarsch in Chemnitz hatte mir die Friedensinitiative die gesammelten Handabdrücke mit der Bitte übergeben, sie als parlamentarischer Überbringer an den Ministerpräsidenten weiterzureichen. Dieser Bitte bin ich gern nachgekommen.

Im Gespräch mit dem Ministerpräsidenten habe ich darauf hingewiesen, dass die Friedensinitiative nicht nur auf das Leid von Kindern in Kriegsgebieten aufmerksam machen möchte. Sie hatte mich ausdrücklich darum gebeten, auch die Frage minderjähriger Soldaten in Deutschland anzusprechen. Denn nach wie vor können Jugendliche unter 18 Jahren mit Zustimmung der Eltern bei der Bundeswehr ihren Dienst antreten.

Auch wenn die Situation in Deutschland selbstverständlich nicht mit den Zuständen in Kriegs- und Krisengebieten vergleichbar ist, bleibt für mich der Grundsatz bestehen: Minderjährige sollten nicht Teil militärischer Strukturen werden. Die Roten Hände erinnern daran, dass Kinder und Jugendliche besonderen Schutz verdienen und nicht für militärische Zwecke eingesetzt werden dürfen.

Ich danke der Chemnitzer Friedensinitiative für das Vertrauen, mir diese Aufgabe zu übertragen. Ebenso danke ich dem Ministerpräsidenten dafür, dass er sich Zeit für die Übergabe genommen hat. Friedenspolitik beginnt oft damit, auf Missstände aufmerksam zu machen und Themen im öffentlichen Bewusstsein zu halten. Dazu sollte auch die Situation von Kindern und Jugendlichen gehören, die weltweit unter den Folgen von Kriegen leiden.

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